hightech industry_strategic materiality assessment
Schweizer Industrieunternehmen

Planungs­sicherheit beginnt mit klaren Prioritäten

Ausgangslage

Für ein börsenkotiertes Unternehmen hängt langfristige Planungs­sicherheit zunehmend an einer Frage: Welche ökologischen und gesellschaftlichen Themen sind für das eigene Geschäft tatsächlich wesentlich, und worauf soll das Unternehmen finanzielle und personelle Ressourcen und deren Entwicklung ausrichten? Was der Gesetzgeber, Investoren, Kunden und Mitarbeitende erwarten, fliesst in diese Beurteilung selbstverständlich mit ein. Entscheiden, welche Themen unternehmerische Priorität haben, muss das Unternehmen am Ende aber selbst.

Herausforderung

Ein börsenkotiertes Schweizer Industrieunternehmen hatte im Rahmen seiner Berichterstattung bereits über zwanzig Themen als wesentlich eingestuft. Sie waren jedoch nur lose an die Geschäftsstrategie geknüpft, und belastbare Planungs- und Kommunikationsentscheide sind schwergefallen. Eine Analyse, die nur regulatorische Vorgaben abarbeitet, erzeugt eine lange Liste, aber keine strategischen Prioritäten.

Regulatorische Vorgaben sind ein Hilfsmittel, keine Zieldefinition. Wer sich von ihnen führen lässt, verwechselt Vollständigkeit mit Relevanz und plant an dem vorbei, was den Unternehmenswert positiv beeinflusst.

Lösung

Nuovia ist aus strategischer Perspektive in die Wesentlichkeitsanalyse eingestiegen. Die bestehenden Themen wurden überarbeitet, geschärft und an der Geschäftsstrategie verankert, bis aus über zwanzig Reporting- und Compliance-Themen wenige strategische Handlungsfelder wurden. Zur Kalibrierung dienten Gespräche mit Investoren, internen Fachabteilungen und Schlüsselkunden. Deren Einschätzungen und Perspektiven flossen direkt in die Priorisierung ein. Ein Update der regulatorisch geforderten Analyse entstand im selben Zug, mit geringem Zusatzaufwand. Strategieworkshops und eine finale Entscheidungsvorlage an den Verwaltungsrat brachten die Ergebnisse schlussendlich in die operative Umsetzung.

Impact

Der grösste Nutzen zeigt sich in der mittel- und langfristigen Ressourcenplanung. Das Unternehmen richtet Mittel, Entwicklungsschwerpunkte und Kommunikation an den Themen aus, die für das Kerngeschäft und seine wichtigsten Anspruchsgruppen relevant sind. Im konkreten Fall wogen Governance-Themen wie Datensicherheit und der Schutz geistigen Eigentums schwer. Soziale Fragen gewannen mit der internationalen Expansion regional an Bedeutung für die Produktivität. Die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe zeigte sich als bevorstehender Engpass aus ökologischer Perspektive.

Leistungsumfang Nuovia

  • Strategische Wesentlichkeitsanalyse mit priorisierten Handlungsfeldern
  • CSRD-konforme Wesentlichkeitsanalyse
  • Investoren- und Stakeholder-Befragung
  • Strategieworkshops und Trainings

Häufige Fragen

Die CSRD-Wesentlichkeitsanalyse prüft auf Vollständigkeit: Sie erfasst alle Themen, die berichtspflichtig sein könnten. Die strategische Wesentlichkeitsanalyse startet bei der Frage, welche Themen für das Geschäft und seine wichtigsten Anspruchsgruppen tatsächlich relevant sind, und verdichtet sie zu wenigen Handlungsfeldern. Das Ergebnis dient als Entscheidungsgrundlage für unternehmerische Fragen zur künftigen Geschäfts­entwicklung.

Ja. Im beschriebenen Fall entstand die regulatorisch geforderte Analyse im selben Arbeitsgang, mit geringem Zusatzaufwand. Der Unterschied liegt im Ausgangspunkt: Wer strategisch einsteigt, erhält eine belastbare Entscheidungsgrundlage und den regulatorischen Nachweis aus einem Prozess.

Viele Wesentlichkeitsanalysen mischen in ihrer Auswahl Themen mit Zielen und Massnahmen, sowohl in der Formulierung als auch in der Struktur. Das führt dazu, dass es für interne wie externe Stakeholder schwieriger wird, diese richtig zu  interpretieren.

Darüber hinaus beobachten wir in den letzten Jahren immer wieder eine starre Fokussierung auf Berichtsstandards wie die ESRS oder GRI und deren Umsetzungsvorgaben. Was für die Risikobeurteilung und Compliance richtig ist, muss jedoch nicht für die Geschäfts­entwicklung und unternehmerische Entscheidungen gelten. Hier ist oft eine strategische Brille notwendig, um die wesentlichen Themen aus Risikoperspektive von denjenigen aus der Chancenperspektive zu trennen.

Ihre Einschätzungen kalibrieren die Priorisierung. Gespräche mit Investoren, Schlüsselkunden und internen Fachabteilungen zeigen, welche Themen für die wichtigsten Anspruchsgruppen Gewicht haben. Die Entscheidung, welche Themen Priorität erhalten, trifft das Unternehmen selbst. Wichtig ist dabei, die richtigen Kanäle zu finden. Belastbare Ergebnisse aus dem Stakeholder-Dialog erfordern eine geschickte und zielgruppenspezifisch angepasste Kommunikation.

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